Schriftrolle - Laboratorium

 

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Die Schriftrolle

 

 

 

Schriftrolle by Bruderschaft Herzberg

    Foto: L.E.H.

 

 

Historisches
Auch genannt Antike Schriftrolle, Buchrolle oder Volumen, Rotulus (lateinisch), sowie die deutschen Bezeichnungen Rodel und Rödel. Sie ist ursprünglich  eine beschriftete Papyrus- oder Pergamentbahn in Rollenform und die typische Buchform des Altertums, die dem heutigen Buch aus Papier entspricht.

Die ältesten Schriftrollen stammen aus Ägypten aus dem 4. Jahrtausend v. Chr.
Von Ägypten wurde die Schriftrolle ab dem 6./5. Jahrhundert v. Chr. in Griechenland übernommen. Schriftrollen kamen seit dem 9. Jahrhundert über Byzanz auch im westlichen Europa in Gebrauch.
Durch listenartige Verzeichnisse auf der Schriftrolle entstammen auch moderne Bezeichnungen wie Stammrolle, Handwerksrolle und Musterrolle.


Heutiger Gebrauch
Heute werden nur noch sehr wenige Texte als Schriftrolle ausgeführt, zum Beispiel, Torarolle und Megillot (biblische Bücher).


Verarbeitung
Eine Schriftrolle entsteht durch Aneinanderkleben einzelner Blätter. Im Durchschnitt besteht eine Rolle aus etwa 20 Blättern und erreicht bei einer Breite der Blätter von ca. 25-30 Zentimetern eine Länge von ca. 6-10 Metern.


Beschriftung
Geschrieben wurde mit verschiedenen Tinten, von verschiedener Rezeptur, auf der Innenseite der Rolle. Verschriebene Stellen konnte mit einem Schwämmchen gelöscht und wieder überschrieben werden. Vollständig abgewaschene und neu beschriebene Schriftrollen sind aber kaum bekannt.
Der Titel des Textes ist  am Ende der Rolle vermerkt und zusätzlich ist er auf der Außenseite der geschlossenen Rolle in vertikaler Richtung angebracht.
Die traditionelle Beschriftung erfolgte mit 21 Zeilen parallel zur Längsseite.


Lesen
Zum Lesen einer Schriftrolle werden beide Hände benötigt. Mit der rechten Hand wird der zu lesende Text abgerollt, während mit der linken Hand der bereits gelesene Text aufgerollt wird. Nach der Lektüre wird die Rolle wieder zurückgerollt.


Aufbewahrung
Rollen wurden in Körbe, Krüge oder Töpfe gestellt oder liegend in Holzgestellen, Regalen oder Schränken gestapelt.
Um auch auf verwahrte Rollen gezielt zugreifen zu können, versah man sie mit kleinen Papierstreifen, auf denen Autorenname und Buchtitel vermerkt waren. Diese Streifen wurden so am oberen Rand der Rolle befestigt, dass sie auch bei sehr engen Lagerung der Rollen gelesen werden konnten.


Quellen
wikipedia

 

 

Bauanleitung
Für eine selbsthergestellte Schriftrolle benötigt man Rundholz, 4 runde Holzscheiben, 4 Holzdübel, Holzkaltleim, Papier (zum Beispiel, handelsübliches Zeichenpapier) und Werkzeuge (Holzbohrer, Durchmesser des Holzdübel; Säge für Holz; Schleifpapier).

Schrittfolge der Herstellung
  1.  Rundholz (ca. 15 mm Durchmesser) wird auf Länge geschnitten (Papierformat und Handgriffe).
  2.  Handgriffe (4 Stück) werden abgesägt (ca. 10 cm Länge).
  3.  Eine Seite des Handgriffes wird verdübelt mit Holzdübel (ca. 5 mm Durchmesser).
  4.  Runde Holzscheibe (4 Stück), mittig ein Loch bohren (Durchmesser des Holzdübels).
  5.  Runde Holzscheiben auf die verdübelte Seite des Handgriffes aufstecken und verleimen.
  6.  Auf Länge (Papierformat) gesägtes Rundholz auf beiden Seiten aufbohren (Durchmesser des Holzdübel).
  7.  Handgriffe mit Runde Holzscheibe in das Rundholz verdübeln.
  8.  Papier an das 1. Rundholz leimen.
  9.  Papier an Papier leimen bis gewünschte Länge erreicht ist, und wenn der Leim getrocknet ist, aufrollen.
10.  Das Ende der Papierrolle an das 2. Rundholz leimen.

Zur Beachtung
Alle Holzteile gut mit Schleifpapier behandeln, besonders Schnitt- und Bohrkanten! Verletzungsgefahr beim benutzen der Schriftrolle!

Farbe und Lack
Man kann das Holz mit Farbe oder/und mit Lack behandeln. Dabei aber nicht die Leimflächen färben oder lackieren. Am besten macht es sich wenn man die Einzelteile vor sich zu liegen hat.
An meiner Schriftrolle habe ich die Handgriffe gebeizt und lackiert und die Holzscheiben mit Buntlack behandelt.

 

Copy by BRS.HBG

 


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